Schloss Bodelschwingh - Geschichte (1550 - 1850)

Das Schloss wurde ab 1565 von Wennemar II. und seinem Sohn Gisbert III. zum heutigen Renaissancebau mit Ecktürmen, welschen Hauben und Renaissance-Giebeln erweitert. Auch die feste Steinbrücke über den Schloßteich entstand zu dieser Zeit. Vorher diente wohl eine Zugbrücke oder ein Holzsteg als Zugang. Der heute dem Schloß vorgelagerte Hof mit den Wirtschaftsgebäuden wurde bereits im 17. Jhdt. angelegt. Das klassizistische Kavaliershaus (Gästehaus) auf der Vorburg entstand nach 1829.

Die männliche Erbfolge der von Bodelschwingh zu Bodelschwingh lief aus, als Gisbert Wilhelm 1753 starb und seiner einzigen Tochter Anna Luise ein großes Erbe hinterließ. Deren Tochter aus 2. Ehe, Christine Sophie Luise, heiratete 1788 den Freiherrn Carl Wilhelm Georg von Plettenberg. Es begann die Linie "von Bodelschwingh-Plettenberg zu Bodelschwingh".

Die jahrhundertealte Bibliothek des Hauses Bodelschwingh wurde durch Wessel Wirich von Bodelschwingh (1655 - 1717) um wertvolle Exemplare bereichert. So finden sich u.a. Originaldrucke der Mercator-Atlanten von 1630 in der systematisch sortierten Sammlung.
Gisbert von Bodelschwingh-Plettenberg (1790-1866) steuerte viele Werke aus der klassischen Literatur bei.

Der Privatfriedhof im nahegelegenen Wald entstand um 1802 und dient der Familie bis heute als Begräbnissstätte. Auch in der Gruft unter dem "Tempel der Ruhe" wurden Angehörige der Adelsfamilie bestattet.

Einer der bedeutendsten Besitzer von Schloß Bodelschwingh war der Großkomtur Carl Freiherr von Bodelschwingh-Plettenberg (1765-1850). Er verwaltete in der 1. Hälfte des 19. Jhdt. die umfangreichen Güter und übte zahlreiche hochrangige Ämter aus.

Seine politischen und wirtschaftlichen Aktivitäten während der französischen Besatzungszeit und im späteren Preußen hatten überregionale Bedeutung. Zu seiner Zeit entstanden wahrscheinlich auch die Orangerie, das Teehaus und der neue Park.